Element II · Vier Elemente

Wasser

Was fließt, wird begleitet. Das Element für alle, die keinen Stein wollten und für die, die lernen müssen, dass Abschied nicht abreißt, sondern weitergeht.

Das Element

Ein Abschied, der weiterzieht

Wasser ist das Element der Bewegung. Es lässt sich nicht festhalten, nicht besitzen und nicht einzäunen. Wer eine Bestattung im Zeichen des Wassers wählt, entscheidet sich bewusst gegen einen Ort, den man besitzt und für ein Bild, das größer ist als jede Grabstelle.

Das ist für Angehörige die schwerste und zugleich die freieste Wahl. Schwer, weil der Weg zum Grab fehlt. Frei, weil das Gedenken nicht an eine Adresse gebunden ist: Wer am Meer steht, an einem Fluss, an einem See, der ist da, wo der Mensch ist.

Deshalb geben wir dem Wasser-Abschied bewusst etwas zum Anfassen. Streublüten, die man selbst in die Hand nimmt. Einen schwimmenden Kranz, der sichtbar davonzieht. Eine Schale mit Wasser und Blüten in der Trauerfeier. Bilder, an die man sich später erinnern kann, weil man sie selbst gemacht hat.

Und im Alltag der Gärtnerei ist Wasser das Unspektakulärste überhaupt: Es ist die Kanne, die jemand über ein Grab kippt, an einem Dienstag im Juli, wenn niemand zusieht. Die stillste Form der Fürsorge, die wir kennen.

Bestattungsformen im Zeichen des Wassers

Abschied ohne festen Ort

Bestattungen im Wasser sind in Deutschland nur in engen rechtlichen Grenzen möglich und werden immer über eine zugelassene Reederei durchgeführt. Wir übernehmen dabei die florale Gestaltung, die organisatorische Abwicklung erfolgt gemeinsam mit unserem Bestattungspartner.

Feuerbestattung vorausgesetzt

Seebestattung

Die Asche wird in einer wasserlöslichen Urne auf See beigesetzt. Angehörige können an Bord dabei sein oder die Fahrt später nachholen. Position und Datum werden in einer Seekarte festgehalten, ein Ort, auch wenn er kein Grab ist.

Bestattungsarten
Auf Flüssen

Flussbestattung

An bestimmten Abschnitten von Rhein und Main möglich, ebenfalls mit wasserlöslicher Urne und über zugelassene Anbieter. Für viele Familien aus dem Rhein-Main-Gebiet die naheliegendere Variante der Seebestattung, man kann hinfahren.

Möglichkeiten besprechen
Auf dem Friedhof

Urnengrab am Wasser

Nicht jeder Wasser-Abschied muss auf See stattfinden. Viele Friedhöfe haben Lagen an Teichen, Bachläufen oder schattig-feuchte Bereiche. Dort gestalten wir das Element über Standort und Bepflanzung, mit Grab und mit Weg dorthin.

Friedhöfe der Region
Die florale Sprache

Leicht, hell, ohne Gewicht

Wasser-Floristik ist die zurückhaltendste der vier Welten: viel Weiß, viel Zwischenraum, kühle Töne. Nichts drängt sich auf. Alles wirkt, als könnte es davontreiben.

Helle Trauerfloristik mit Lilien in kühlen Tönen von Bauer Blumen

Kühle Weiß- und Lavendeltöne, die Grundfarben dieses Elements

Hortensie Füllig und trotzdem leicht. Ihre gedeckten Blau- und Weißtöne sind die Grundfarbe dieses Elements.
Lisianthus Sieht aus wie eine Rose, wiegt aber nichts. Für Sträuße, die in der Hand nicht schwer werden.
Iris & Vergissmeinnicht Die beiden Blau-Töne, die am Wasser wachsen und die einzigen echten Blau-Blüten, die wir verwenden.
Streublüten Lose Blütenblätter zum Verteilen. Die einfachste Geste der ganzen Trauerfeier und oft die, die bleibt.
Schwimmkranz Auf naturbelassenem Ring gebunden, ohne Draht und Kunststoff. Er treibt sichtbar davon.
Wasserschale Blüten auf einer flachen Schale Wasser, als stiller Mittelpunkt der Trauerfeier oder auf dem Grab.
Reinweiß Nebelblau Seegrau Tiefblau Silbergrün
Aus Sicht der Friedhofsgärtner

Wasser ist die Arbeit, die niemand sieht

Von allen vier Elementen ist Wasser das undankbarste. Man sieht es nur, wenn es fehlt, dann steht die Bepflanzung im August braun da und jeder denkt, es lag an der Pflanze.

01

Gießen ist kein Zusatz, sondern die Hauptsache

In heißen Wochen entscheidet der Gießrhythmus über alles. Wer weit weg wohnt oder nicht mehr gut zu Fuß ist, sollte das nicht dem Zufall überlassen, wir übernehmen den Gießdienst regelmäßig und nachvollziehbar.

02

Zu viel Wasser tötet mehr als zu wenig

Auf schweren Böden steht das Wasser im Winter im Grab. Wir bauen eine Drainageschicht ein und wählen Arten, die kurze Nässe vertragen. Das sieht man dem Grab nicht an, man merkt es erst im dritten Jahr.

03

Ein Wasser-Abschied braucht trotzdem einen Ort

Nach einer Seebestattung fehlt vielen Familien nach einigen Monaten der Platz zum Hingehen. Eine kleine Gedenkstelle auf dem Friedhof, ein Pflanzplatz oder ein Stein im eigenen Garten hilft mehr, als die meisten vorher glauben.

Weiße Blüten in schlichter Vase, Wasserschale als Mitte der Trauerfeier
Die Trauerfeier

Etwas, das man selbst in die Hand nimmt

Bei Bestattungen ohne Grab fehlt Angehörigen oft die Handlung, das Schaufeln, das Blumenlegen, das Innehalten am Rand. Wir ersetzen sie durch andere, ebenso einfache Gesten:

  • Streublüten in flachen Körben, aus denen sich jeder selbst nimmt.
  • Eine Wasserschale mit schwimmenden Blüten als Mitte der Feier, statt eines Sarggestecks.
  • Ein kleiner Kranz je Familienmitglied, der später gemeinsam aufs Wasser gesetzt wird.
  • Ein Handstrauß für jeden Gast, mitzunehmen und zu Hause ins Wasser zu stellen.
Florale Gestaltung der Feier

„Wasser lässt sich nicht besitzen.
Vielleicht ist es deshalb so schwer und so richtig.“

Element Wasser
Vier Elemente

Die anderen Elemente

Beratung

Auch ohne Grab braucht es eine Form

Wir besprechen mit Ihnen, was bei einer Bestattung auf See oder am Fluss möglich ist, welche Floristik sinnvoll ist und wie Sie zu Hause einen Platz schaffen, an den Sie gehen können.

06172 42712